Georg Simmel: Der Henkel

Kunst und Funktionalität kommen in der Teekanne zusammen und da besonders im Henkel. Er dient zwei Ordnungen gleichzeitig, muss nützlich sein, gut in der Hand liegen und zugleich einen ästhetischen Mehrwert haben. Es gilt: „Das Prinzip des Henkels ist es, der Vermittler des Kunstwerkes zur Welt hin zu sein“.

Zweckhaftigkeit und Zwecklosigkeit lassen sich im Henkel vereinen und wirken „in der Vielfachheit ihres Zueinandergehörens, in der Gleichzeitigkeit des Drinnen und Draussen, in der Bindung und Verschmelzung nach der einen Seite, die doch zugleich Lösung ist, weil ihr die Bindung und Verschmelzung nach einer anderen Seite gegenübersteht.“

Phänomenologisch spricht Simmel die Themen Einleibung, Kinästhese und Synästhesie an. Der Henkel als unscheinbares Ding dient dabei als idealer Einstieg in die Materie, die zugleich konkret und abstrakt ist. Gehört der Henkel zwei Reichen gleichzeitig an, so besitzt das Thema „Henkel“ noch mehr Dimensionen.

Georg Simmel: Der Henkel